Kleinkinder im Umgang mit Medien
Den heutigen jungen Elterngeneration ist der Umgang mit Medien via Laptop und Co. vertraut und fester Bestandteil im Alltag geworden. Doch wie die Nutzung dieser Medien bei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren aussieht und wie sie dies selbst einschätzen, wurde bisher noch nicht erforscht. Nun befragte man erstmals Kindergartenkinder zu diesem Thema und will so Methoden schaffen, um den Kleinen schon früh eine gewisse Medienkompetenz zu vermitteln.
Die Studie zeigte, dass Kinder alle Medien kennen und gerne nutzen, sobald es ihnen möglich ist.
Schüler wirkten am Projekt “Mediengarten” mit und entwickelten selbst die Datenerhebungsmethoden. Daraus sollten dann neue Unterrichtsmethoden erschlossen werden, die der Vermittlung von Medienkompetenz und Literacy, also einem Textverständnis, dass über Lesen und Schreiben hinausgeht, an Kindergartenkinder dienen soll. Beim Erforschen, wie Kinder Medien und ihren eigenen Umgang damit wahrnehmen, zeigte sich, dass der Gebrauch von Medien für viele bedeute “groß zu sein”. Dabei wird von allem Gebrauch gemacht, was im Angebot steht, wobei dir Unterschiede zwischen den Kindern vor allem kultureller Natur sind. So wirken sich die Gewohnheiten der Eltern meist ausschlaggebend auf das Verhalten der Kinder aus.
Bedeutend bei den Untersuchungen waren natürlich auch die Fähigkeiten der Kinder, die im Alter von vier Jahren zwar noch nicht lesen, aber durchaus am Computer spielen können. So kommentierten die Kleinen die Fragen selbst mit den Worten, dass es wenig Sinn mache, ein Buch zu lesen, wenn man noch gar nicht lesen kann. Es zeigte sich, dass der “mediale Habitus”, der beim alltäglichen Umgang zum Beispiel mit dem Computer entsteht, Einfluss auf das Verhalten eines Kindes hat. Wer also das Klicken und Tippen, und damit auch das Eingreifen ins Geschehen gewöhnt ist, der neigt dazu, auch in der Schule lieber aktiv mitmachen zu wollen, statt nur zuzuhören.
Zukünftig will man nun also bereits im Kindergarten den Umgang mit Medien und ihren Inhalten zum Thema machen.
Nachrichten für Kinder

Ki.Ka, Foto: sellerddd_flickr
Der Kinderkanal von ARD und ZDF, kurz Ki.Ka, ist eher bekannt für seine harmlose Unterhaltung für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren. Bernd das Brot, Löwenzahn oder 1,2 oder 3 prägen das Programm. Ein heile Welt möchte man meinen, ein Rückzugsort vor der immer brutaleren Bilderflut der übrigen Programme. Weit gefehlt, wie man erkennt, wenn man sich das Programm des Ki.Ka einmal eine näheren Prüfung unterzieht. Seit mittlerweile fünfzehn Jahren berichtet das ZDF Kindernachrichtenformat logo! über aktuelle politische Ereignisse und bereitet sie kindgerecht auf. Die Sendung Kikania hingegen bezieht in Gesprächsrunde Stellung zu aktuellen Tagesthemen. Am 11. September unterbrach der Kinderkanal ebenso wie die restlichen Sender sein Programm und informierte seine jungen Zuschauer exklusiv über die Ereignisse in New York. Anfänglich musste der Sender viel Kritik für diese Maßnahme einstecken, sie löste sich aber angesichts der qualitativ hochwertigen Berichterstattung schnell in Wohlgefallen auf. Als Erwachsener hat man nach einem Tagesbesuch beim KI.KA das Gefühl, mehr über den Krieg erfahren zu haben als nach drei Abenden CNN live.”, so die Süddeutsche Zeitung im März 2003. Über die Relevanz von Nachrichtensendungen für Kinder schreibt der Programmdirektor des Kinderkanals, Frank Beckmann: „Kinder haben völlig andere Fragen als Erwachsene. Ihre Fragen bleiben trotz zahlreicher Sondersendungen in den Programmen für Erwachsene unbeantwortet, weil niemand sie stellt. In einem Kinderprogramm aber müssen die Fragen der Kinder einen Platz finden.“ Und das geht oft über banale Dinge hinaus. Angefangen bei Tipps vom Mietverein bis hin zu kompexen politischen System wollen die Kinder alles wissen.
Der Reflex verantwortungsbewusster Eltern, Kinder vor den Grausamkeiten der Weltpolitik zu bewahren sei ehrenhaft, jedoch völlig unrealistisch. Ein Knopf auf der Fernbedienung, ein Klick im Internet, ein Video auf dem Handy des Sitznachbarn in der Schule genügt, um dieses Bestreben ad absurdum zu führen. Deswegen sind Nachrichtensendungen für Kinder umso wichtiger, um eine verantwortungsbewusste Aufarbeitung zu gewährleisten, die allzu blutige Tatsachen zurückhält, gleichzeitig aber fundierte Einblicke in die größeren Zusammenhänge bietet und ein schiefes Weltbild der Kinder unterbindet. „Wenn Fernsehen tatsächlich das wichtigste Orientierungsmedium für Kinder ist, dann hat es gerade in Zeiten völliger Desorientierung die Aufgabe, Richtungen aufzuzeigen, zuzuhören und Ansprechpartner zu sein.“, beschreibt Beckmann die Aufgabe des Kinderkanals.
Medienkompetenz für Kinder
Das Internet ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Lebens und ist schon bei Kindern fest in den Alltag integriert. Doch genau diese gilt es zu schützen vor den vielen Gefahren, die dieses Medium bei allen Vorteilen in sich birgt.
Vorraussetzung ist dafür eine gewisse Medienkompetenz, die bestenfalls schon in frühem Alter erlernt und in das tägliche Leben integriert wird. Darunter versteht man laut polizeilicher Definition, „die Fähigkeit, selbstbestimmt, kreativ, und sozial verantwortlich mit Medien umzugehen und sie zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt (und) zur Teilhabe an (…) der Gesellschaft zu nutzen“. Denn dies geht auch mit späterem beruflichen Erfolg einher, da die Wirtschaft fast ausschließlich über die Medien auftritt und kommuniziert. Diese gilt es zu verstehen und für die eigenen Zwecke zu nutzen.
Vor allem elektronische Medien wie Radio, Fernseher und Internet ermöglichen die schnelle Kommunikation. Als „Digital Natives“ bezeichnet man heute diejenigen, die mit dem Internet bereits aufgewachsen sind- die Kinder von heute also. In Schulen wird in heutigen Zeiten schon viel mit Computer und Internet gearbeitet. Doch auch Eltern sind aufgefordert den richtigen Umgang mit diesen Medien bei ihren Kindern zu fördern.
Sie sollten in Zusammenhang mit der eigenen Lebensgestaltung und Identitätsbildung gebracht werden, aber auch zur Informationsbeschaffung für Bildung und Freizeit sinnvoll eingesetzt werden können. Grundvoraussetzung ist dafür natürlich, mit den Geräten umgehen zu können und in der Lage zu sein, die Mediensprache zu verstehen. Darüber hinaus gilt es, ihren tatsächlichen Bezug zu Wirklichkeit einzuschätzen, um die beinhalteten Botschaften, beispielsweise aus Presse und Nachrichtenmagazinen, kritisch beurteilen zu können, was Wahrheit, Information oder mögliche Manipulation angeht. Doch das Internet stellt nicht nur ein Medium dar, dass es ermöglicht, die eigene Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit zu erweitern, sondern birgt auch viele Gefahren.
Es ist nicht ausreichend über die eigene Medienwirkung nachzudenken, sondern ein bestimmtes Wissen darüber, welche Folgen es haben kann, persönliche oder fremde Daten und Bilder ins Internet zu bringen, ist vonnöten. Unzählige Angebote sind speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Nicht nur lehrreiche Inhalte, auch Pornografie und Gewaltszenen sind oftmals frei zugänglich. Schnell geraten unerfahrene Nutzer, vor allem leichtgläubige Kinder an unseriöse Gestalten und Datensammler, die sich in Sozialen Netzwerken und Chatrooms aufhalten und kaum kontrolliert oder aufgehalten werden können.
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