Die flexible Elternzeit

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Bundesfamilienministerin Schröder fordert eine flexiblere Elternzeit. Sie stellte ihre neuen Vorschläge in dem 8. Familienbericht vor. Auch eine “Großelternzeit” soll es geben, ginge es nach ihr. Die CDU-Fraktion sieht jedoch in den Vorschlägen eine zu große Last für die Arbeitgeber.
Für berufstätige Eltern soll sich die Elternzeit zukünftig flexibler einteilen lassen, fordert Familienministerin Schröder. Bisher konnten Eltern nach der Geburt ihres Kindes eine Elternzeit von bis zu drei Jahren in Anspruch nehmen. Zwölf Monate davon können auch zu einem späteren Zeitpunkt genommen werden bis zu Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes. Wenn es nach Familienministerin Schröder geht, sollen Eltern nun bis zu 24 Monate ihrer Elternzeit flexibel gestalten können. Zudem soll die Altersgrenze der Kinder auf das 15. Lebensjahr angehoben werden. Eine Verkürzung der bisherigen dreijährigen Elternzeit schloss Schröder kategorisch aus. Außerdem soll Eltern, die während ihrer Elternzeit arbeiten gehen mehr Mitspracherecht eingeräumt werden bei der konkreten Ausgestaltung der Arbeitszeit. Desweiteren sollen künftig auch Großeltern einfacher eine Auszeit aus ihrem Beruf nehmen können um die Enkelkinder zu betreuen.
Die CDU-Fraktion sieht in der flexibleren Elternzeit eine zu große Belastung der Arbeitgeber. Die FDP zeigte sich sogar damit einverstanden die Elternzeit auf zwei Jahre zu verkürzen, jedoch nur, wenn den Eltern eine bessere Infrastruktur zur Seite gestellt würde.
Der Präsident der Caritas, Peter Neher, forderte mehr Betreuungsangebote. Auch Manuela Schwesig, die SPD-Parteivize, forderte vom Bund mehr Investitionen in den Ausbau von Ganztageskitas und Schulen. Sprecher des Familienverbands setzen sich ein für einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit auch nach der Elternzeit, da die Erziehungsaufgabe nicht mit der Beendigung des zweiten Lebensjahres aufhöre.
Kindergärten in Deutschland

Im Kindergarten von SFA Union City/Flickr.com
Dass die Bundesrepublik Deutschland im europa- und weltweiten Vergleich zu den kinderärmsten Ländern zählt, ist längst kein Geheimnis mehr. Fast in keinem Staat ist die Geburtenrate so niedrig wie hier. Ein weiteres Problem: werden Kinder geboren, so entstammen sie meist Familien der unteren sozialen Schichten. Akademiker entschließen sich immer seltener und später dazu, Nachwuchs in die Welt zu setzen. Natürlich geht damit ein Ungleichgewicht der Bevölkerung einher: die Anzahl der Rentenempfänger nimmt zu, Arbeitstätige, die die Rentenkasse füllen sollen, gibt es immer weniger. Der Staat steht vor einem schwer zu lösenden Problem, schließlich würde eine Einmischung in das eheliche Schlafzimmer zu weit gehen.
Daher sollen staatlich geförderte Programme wie beispielsweise das Elterngeld einen Anreiz schaffen, Kinder zu bekommen. Auch verbesserte Mutterschutzgesetze und Elternzeiten sollen dies fördern. Ein großes Manko sind jedoch bislang Kinderkrippen- und Kitaplätze. Nicht überall sind diese in ausreichender Zahl vorhanden, sodass Mütter auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben zugunsten der Nachwuchsbetreuung verzichten müssen. Auch die unterschiedlich hohen Gebühren der Betreuungsangebote sind ein Problem. In 9 Großstädten Deutschlands ist der Kindergartenbesuch kostenfrei. Andere Bundesländer verlangen von den Eltern hingegen Zahlungen bis zu 3700 Euro. Diese finanziellen Aufwände sind gerade für junge Familien eine kaum zu tragende Belastung. Außerdem werden solche Kinder meist kurz gehalten, wenn es um andere Aktivitäten wie Musikförderung geht – das Geld wird ja schließlich anderweitig investiert.
Sehr problematisch ist auch der Personalschlüssel in den einzelnen Einrichtungen. Große Schwankungen gibt es besonders bei der Betreuung der Ein- bis Zweijährigen. Die Spanne der Kinder pro Erzieherin geht in den schlimmsten Fällen von 1 bis 13,1! Dies hat erhebliche Nachteile für die Kleinen, welche nicht genügend Aufmerksamkeit und Förderung bekommen.
Auch die fachgerechte Betreuung von behinderten Kinder ist sehr länderspezifisch. In manchen Bundesländern werden diese Kinder komplett in Regeleinrichtungen integriert. Dies sind jedoch Sondermodelle und kommen leider viel zu selten vor. Oftmals werden behinderte Kinder in Sondereinrichtungen gesteckt oder müssen von ihren Müttern zuhause betreut werden, weil es keine adäquaten Betreuungsangebote gibt.
Nachrichten für Kinder

Ki.Ka, Foto: sellerddd_flickr
Der Kinderkanal von ARD und ZDF, kurz Ki.Ka, ist eher bekannt für seine harmlose Unterhaltung für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren. Bernd das Brot, Löwenzahn oder 1,2 oder 3 prägen das Programm. Ein heile Welt möchte man meinen, ein Rückzugsort vor der immer brutaleren Bilderflut der übrigen Programme. Weit gefehlt, wie man erkennt, wenn man sich das Programm des Ki.Ka einmal eine näheren Prüfung unterzieht. Seit mittlerweile fünfzehn Jahren berichtet das ZDF Kindernachrichtenformat logo! über aktuelle politische Ereignisse und bereitet sie kindgerecht auf. Die Sendung Kikania hingegen bezieht in Gesprächsrunde Stellung zu aktuellen Tagesthemen. Am 11. September unterbrach der Kinderkanal ebenso wie die restlichen Sender sein Programm und informierte seine jungen Zuschauer exklusiv über die Ereignisse in New York. Anfänglich musste der Sender viel Kritik für diese Maßnahme einstecken, sie löste sich aber angesichts der qualitativ hochwertigen Berichterstattung schnell in Wohlgefallen auf. Als Erwachsener hat man nach einem Tagesbesuch beim KI.KA das Gefühl, mehr über den Krieg erfahren zu haben als nach drei Abenden CNN live.”, so die Süddeutsche Zeitung im März 2003. Über die Relevanz von Nachrichtensendungen für Kinder schreibt der Programmdirektor des Kinderkanals, Frank Beckmann: „Kinder haben völlig andere Fragen als Erwachsene. Ihre Fragen bleiben trotz zahlreicher Sondersendungen in den Programmen für Erwachsene unbeantwortet, weil niemand sie stellt. In einem Kinderprogramm aber müssen die Fragen der Kinder einen Platz finden.“ Und das geht oft über banale Dinge hinaus. Angefangen bei Tipps vom Mietverein bis hin zu kompexen politischen System wollen die Kinder alles wissen.
Der Reflex verantwortungsbewusster Eltern, Kinder vor den Grausamkeiten der Weltpolitik zu bewahren sei ehrenhaft, jedoch völlig unrealistisch. Ein Knopf auf der Fernbedienung, ein Klick im Internet, ein Video auf dem Handy des Sitznachbarn in der Schule genügt, um dieses Bestreben ad absurdum zu führen. Deswegen sind Nachrichtensendungen für Kinder umso wichtiger, um eine verantwortungsbewusste Aufarbeitung zu gewährleisten, die allzu blutige Tatsachen zurückhält, gleichzeitig aber fundierte Einblicke in die größeren Zusammenhänge bietet und ein schiefes Weltbild der Kinder unterbindet. „Wenn Fernsehen tatsächlich das wichtigste Orientierungsmedium für Kinder ist, dann hat es gerade in Zeiten völliger Desorientierung die Aufgabe, Richtungen aufzuzeigen, zuzuhören und Ansprechpartner zu sein.“, beschreibt Beckmann die Aufgabe des Kinderkanals.
Medienkompetenz für Kinder
Das Internet ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Lebens und ist schon bei Kindern fest in den Alltag integriert. Doch genau diese gilt es zu schützen vor den vielen Gefahren, die dieses Medium bei allen Vorteilen in sich birgt.
Vorraussetzung ist dafür eine gewisse Medienkompetenz, die bestenfalls schon in frühem Alter erlernt und in das tägliche Leben integriert wird. Darunter versteht man laut polizeilicher Definition, „die Fähigkeit, selbstbestimmt, kreativ, und sozial verantwortlich mit Medien umzugehen und sie zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt (und) zur Teilhabe an (…) der Gesellschaft zu nutzen“. Denn dies geht auch mit späterem beruflichen Erfolg einher, da die Wirtschaft fast ausschließlich über die Medien auftritt und kommuniziert. Diese gilt es zu verstehen und für die eigenen Zwecke zu nutzen.
Vor allem elektronische Medien wie Radio, Fernseher und Internet ermöglichen die schnelle Kommunikation. Als „Digital Natives“ bezeichnet man heute diejenigen, die mit dem Internet bereits aufgewachsen sind- die Kinder von heute also. In Schulen wird in heutigen Zeiten schon viel mit Computer und Internet gearbeitet. Doch auch Eltern sind aufgefordert den richtigen Umgang mit diesen Medien bei ihren Kindern zu fördern.
Sie sollten in Zusammenhang mit der eigenen Lebensgestaltung und Identitätsbildung gebracht werden, aber auch zur Informationsbeschaffung für Bildung und Freizeit sinnvoll eingesetzt werden können. Grundvoraussetzung ist dafür natürlich, mit den Geräten umgehen zu können und in der Lage zu sein, die Mediensprache zu verstehen. Darüber hinaus gilt es, ihren tatsächlichen Bezug zu Wirklichkeit einzuschätzen, um die beinhalteten Botschaften, beispielsweise aus Presse und Nachrichtenmagazinen, kritisch beurteilen zu können, was Wahrheit, Information oder mögliche Manipulation angeht. Doch das Internet stellt nicht nur ein Medium dar, dass es ermöglicht, die eigene Handlungs- und Ausdrucksfähigkeit zu erweitern, sondern birgt auch viele Gefahren.
Es ist nicht ausreichend über die eigene Medienwirkung nachzudenken, sondern ein bestimmtes Wissen darüber, welche Folgen es haben kann, persönliche oder fremde Daten und Bilder ins Internet zu bringen, ist vonnöten. Unzählige Angebote sind speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Nicht nur lehrreiche Inhalte, auch Pornografie und Gewaltszenen sind oftmals frei zugänglich. Schnell geraten unerfahrene Nutzer, vor allem leichtgläubige Kinder an unseriöse Gestalten und Datensammler, die sich in Sozialen Netzwerken und Chatrooms aufhalten und kaum kontrolliert oder aufgehalten werden können.
Was ist ein Waldkindergarten?

Wald / Axel-D
Ein Kindergarten ohne Duplosteine, ohne Rutsche oder Sandkasten? Ein Kindergarten ohne Gruppenraum, Turnraum und Spielecke ? Ein Kindergarten, der nur im Freien zu Hause ist, den Kindern jeden Tag Wind und Wetter ausliefert?Können wir das unseren Kleinsten zumuten? Brauchen sie nicht gerade ein geschütztes Heim, mit ausgepolsterten Böden, mit exklusiv auf ihre Bedürfnisse angepassten Möbel und pädagogisch wertvollem Spielzeug?
Nein, meinte die Dänin Ellen Flattau und ging mit ihren Kindern und einigen Nachbarskindern stattdessen jeden Vormittag für einige Stunden in den Wald. Aus dem regen Interesse anderer Eltern an dieser unkonventionellen Betreuung, entstand seit den 1950er Jahren die Bewegung der Waldkindergärten die sich bald auch auf Deutschland, Österreich und die Schweiz ausbreiten sollte. Heutzutage gibt es, laut Wikipedia, rund 300 Waldkindergärten in Deutschland, der erste wurde 1993 in Flensburg staatlich anerkannt, schon 1968 entstand allerdings in Wiesbaden, wurde jedoch nie vom Jugendamt anerkannt und blieb eine private Elterninitiative. Wie andere Kindergärten auch, finanzieren sich die Waldkindergärten mittlerweile jedoch über staatliche Förderungen, Beteiligung der Eltern und private Spenden. Organisatorisch unterscheiden sich die Waldkindergärten kaum von konventionellen Kindergärten. Eine Gruppe von 15-20 Kindern wird von zwei staatlich anerkannten Erziehern oder Erzieherinnen geleitet. Der Unterschied besteht darin, dass die Kinder und Erzieher nur im Falle eines Unwetters in feste Räume zurückziehen. Meistens dient ein Bauwagen oder eine Waldhütte als Zufluchtsort. Industriell gefertigtes Spielzeug gibt es nicht, die Kinder sollen mit dem spielen, was sie in ihrer Umgebung vorfinden. Die Vorteile eines Waldkindergartens gegenüber eines Regelkindergartens sollen die positiven Auswirkungen der Natur auf das Immunsystem und auf die Kommunikationsfähigkeit der Kinder sein. Durch dem ständigen Aufenthalt an der frischen Luft würden die Abwehrkräfte gestärkt und durch die Abwesenheit von vorgefertigtem Spielzeug würden die Kreativität und die Kommunikation der Kinder untereinander entscheidend gefördert, so Befürworter der Waldkindergärten.
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